Furan Kaltharz / Kaltharz-Verfahren

Das klassische Universalverfahren für die Herstellung nahezu aller Gussqualitäten zeichnet sich aus durch:

  • niedrigen Bindemittelzusatz
  • niedrige Viskosität
  • gute Lagerbeständigkeit
  • gute Durchhärtung
  • geringen Geruch
  • niedrige Emissionen beim Mischen und Füllen. Die zulässigen MAK-Werte werden meist deutlich unterschritten.
  • gut regenerierbare Altsande
  • stickstofffreie Harzqualitäten, insbesondere für hochwertigen Stahlguss
  • reaktive, schnell härtende Spezialharze für kurze Ausformzeiten. Dadurch Verzicht auf aggressive Aktivatoren.
  • schwefelarme Systeme für hochwertigen Sphäroguss. Der Gesamtschwefelgehalt wird nahezu halbiert. Dies bedeutet auch eine deutliche Verminderung der SO2-Emission während und nach dem Gießen.

Stickstofffreie Furan-Kaltharz-Systeme für den Stahlguss – jetzt auch schwefelreduziert

Die heute üblichen Furankaltharze sind meist Kondensationsprodukte aus Furfurylalkohol, Harnstoff und Formaldehyd. Der Harnstoff ist verantwortlich für einen mehr oder weniger hohen Anteil an Stickstoff in diesen Harzen. Ein Furan-Kaltharz mit 75 % Furfurylalkohol hat im Mittel einen Stickstoffgehalt von 3,5 %. Eine einfache Methode den Stickstoffgehalt zu reduzieren, ist die Erhöhung des Furfurylalkoholanteils auf 90% und darüber.

Dies birgt allerdings eine Reihe von Nachteilen:

  • Die Reaktivität dieser Harze ist sehr hoch. Die Aushärtung lässt sich daher nur schlecht steuern. Dies gilt erschwerend in der warmen Jahreszeit. 
  • Harze mit hohem Furfurylalkoholgehalt sind sehr spröde. Der Zeitpunkt des Entformens muss sehr genau eingehalten werden, weil der Aushärteprozess unelastisch abläuft. Ansonsten besteht die Gefahr des Abreißens von Formpartien beim Entformen. Diese Stellen müssen dann anschließend aufwändig geflickt und/oder geklebt werden. 
  • Der Preis derartiger Kaltharze wird fast ausschließlich durch die Komponente Furfurylalkohol bestimmt, d.h. diese Harze sind extrem abhängig von der Rohstoffpreisentwicklung des Furfurylalkohols.

Trotz dieser Nachteile werden diese Harze für die Fertigung von Stahlgussteilen empfohlen und gelangen in Gießereien zum Einsatz. Sie haben zwar einen niedrigen Gehalt an Stickstoff (0,6 – 1,0 %), sind jedoch nicht frei von Stickstoff. Stickstoff kann in die Gussoberfläche diffundieren und verursacht dann oberflächennahe Gussfehler (Blasen, Risse). Auch dick aufgetragene Schlichten verhindern diese Diffusion nur wenig. Besonders für regenerierte Sande ist daher der Gehalt an Stickstoff in Furanharzen wichtig, da sich Stickstoff im Altsand anreichert. Für Altsande wird daher der Einsatz von stickstofffreien Furankaltharzen empfohlen. Hüttenes-Albertus, als führender Hersteller von Furankaltharzen, hat schon vor Jahrzehnten die ersten stickstofffreien Kaltharze entwickelt und in der Gießereiindustrie eingeführt. Hüttenes-Albertus ist es jetzt gelungen, das stickstofffreies Kaltharz S 107 R zu entwickeln, das auch mit den für das schwefelreduzierte System im Einsatz befindlichen Aktivatoren verarbeitet werden kann.

Neben der Stickstofffreiheit von Kaltharz S 107 R und den bekannten Vorteilen der Schwefelreduzierung, zeichnet sich Kaltharz S 107 R aus durch:

  • Elastische Phase während des Entformens
  • Geringe Binderzugabe zur Erzielung der notwendigen Festigkeiten 
  • Geringere Warmrissneigung, bedingt durch die spezielle Rezeptur von Kaltharz S 107 R 
  • Sehr gute Fließfähigkeit des Formstoffes
  • Niedrige Emission während der Formteilherstellung

Die Kaltharzpalette von HA umfasst noch andere stickstofffreie Kaltharze mit einem Furfurylalkoholgehalt von 55 – 80% für unterschiedliche Anforderungen in den Stahlgießerein.

Kontakt

Unser Produktmanagement-Team steht Ihnen gerne für detaillierte Informationen über unsere Kaltharze und deren optimale Anwendung zur Verfügung:

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